Der Lessing-Preis für Kritik 2026 wird an den Historiker und Publizisten Philipp Blom verliehen. Die Jury würdigt damit ein Werk, das historische Tiefenschärfe mit einer präzisen Analyse gegenwärtiger gesellschaftlicher Entwicklungen verbindet und Kritik als zentrale Praxis öffentlicher Selbstverständigung begreift.
In ihrer Begründung hebt die Jury hervor, dass Philipp Blom in seinen Essays und Büchern historische Erfahrung, intellektuelle Unabhängigkeit und öffentliche Verantwortung in exemplarischer Weise zusammenführt. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine kritische Klarheit aus, die historische Analyse nicht als Selbstzweck versteht, sondern als Instrument zur Deutung aktueller politischer, gesellschaftlicher und kultureller Umbrüche. Blom eröffne Perspektiven auf die Voraussetzungen von Aufklärung, Freiheit und demokratischer Öffentlichkeit und mache zugleich deren Fragilität in Zeiten tiefgreifender Krisen sichtbar.